KÜNSTLER PORTRAIT

KERSTIN STECHL

Freischaffende Künstlerin und Journalistin

 

Lebt und arbeitet im Großraum Frankfurt und in München

 

2018 - 2022 Studium „Zeichnung und Malerei“ bei Professor Markus Lüpertz

 

Abschluss: Meisterschülerin

 

2016 – 2022 Künstlerische Ausbildungen bei Professor Jerry Zeniuk, Ingrid Floss, Peter Tomschicek, Elvira Bach (Malerei) und Niklas Klotz (Bildhauerei)

 

1990 – 2018 Journalistin mit Stationen in München, Wiesbaden, Frankfurt und New York City

 

1984 - 1989 Studium/Abschluss Magister Artium, Ludwig-Maximilians-Universität, München

Ausstellungen:

 

2022 Meisterklasse Professor Markus Lüpertz, AdBK, Kolbermoor

2022 Artbox Project 2.0, Zürich

2021 „be*part“ Atelier Montez, Rom

2021 Artbox Project 1.0, Zürich

2021 „Landschaft/Klima/Natur“, Städtische Galerie, Bad Reichenhall

2020 Aufbaustudium Professor Markus Lüpertz, AdBK, Kolbermoor

2019 Gallustheater, Freie Kunst Akademie, Frankfurt 

2019 Jahresausstellung Kunstakademie, Bad Reichenhall

T: 0170 - 271 16 26

M: kontakt@kerstinstechl.de

www.kerstinstechl.de

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"Malerei ist für mich Poesie aus Form und Farbe!"

BILDER GALERIE

IN DER AKADEMIE

INTERVIEW

Im Moment erleben wir die Welt in einer solchen Dynamik, dass der Einzelne kaum noch Schritt halten kann. Aus den gegenwärtigen Krisenherden nimmt sich die Künstlerin Kerstin Stechl einen Bereich heraus: Umwelt/Klima/Natur. Mit ökologischen und ressourcenbezogenen Themen will sie den Betrachter zur Kontemplation einladen, so dass er sich selbst neu verorten kann. Die Themen fasst sie dabei nicht zu eng, denn fertig Ausformuliertes ließe zu wenig Platz zur Interpretation. Konkretes wie Berge, Wolken, der Horizont oder Eislandschaften setzt die Künstlerin frei und hoch expressiv um. Ihr Credo: „Malerei ist Poesie in Form und Farbe!“

 

Was willst Du dem Betrachter mit Deiner Malerei sagen?

Ein Sendungsbewusstsein liegt mir völlig fern, ich möchte niemanden belehren. Dennoch ist es kein Zufall, dass sich meine Themen mit den Interessen vieler Menschen decken, der Erhaltung einer lebenswerten Zukunft. 

Meine Bildthemen entstehen intuitiv, im Gegensatz zu meinem anderen Beruf, dem Journalismus, versuche ich in der Malerei nicht, mit dem Kopf voranzugehen.

 

Bist Du eher in der konkreten oder abstrakten Malerei zu Hause?

Wir leben in einer so unglaublich hochtechnisierten Welt, in der für Spielerisches kaum noch Raum bleibt. Von daher erklärt sich die Frage von selbst: Ich peile ein Thema an und setzte es dann spielerisch um. Während des Malprozesses entferne ich mich immer mehr vom ursprünglichen Motiv, löse mich von den Formen, setze die Farben impulsiv ein. Am Ende ist das Werk eine individuelle, sehr expressive und sinnliche Umsetzung der ursprünglichen Idee. Und die darf alles sein, nur nicht realistisch. Um zur Frage zurückzukommen: konkret oder abstrakt? Weder noch, eher phantastisch! (lacht)

 

Warum so ein großer Fokus auf der Phantasie?

Das hat vielleicht mit dem redaktionellen Arbeiten zu tun, dort bin ich zu 100 Prozent der Wahrheit verpflichtet. Immer! Da ist einfach kein Spielraum. Man sortiert Dinge ein, die verworren erscheinen, und bringt dem Empfänger größtmögliche Klarheit!

In der Kunst sind die Freiheiten dagegen enorm, egal, auf welcher Plattform. In der Musik, der Dichtung oder in der Malerei. Mein Medium ist hauptsächlich die Malerei, und da kann ich mich vom starren Korsett der Realität befreien, dem Zwang, immer „das Richtige“ sagen oder schreiben zu müssen. Hier entscheide nur ich. Meine Freiheit in der Malerei – in der Kunst generell - ist total.

 

Wie bist Du zur Malerei gekommen?

Ich habe mich beim Malen immer schon „verloren“! Da war ich immer ganz bei mir. Und so ging es weiter, über alle Lebensphasen hinweg.

Ich habe viel ausprobiert, mir immer viel angesehen. Dann, vor ein paar Jahren,  habe ich mich entschieden, einen professionellen Weg einzuschlagen und noch einmal ganz von vorne angefangen. Der Meisterstudiengang „Zeichnung und Malerei“ bei Prof. Markus Lüpertz war so eine Art Katalysator für mich. Darüber habe ich viele Künstler kennengelernt, mit denen ich heute ein großes Netzwerk unterhalte. Abgesehen davon, dass mir der Austausch Spaß macht, ist es wichtig, im Geflecht mit den Künstlerkollegen seinen eigenen Referenzpunkt zu finden. Ich finde, dass man in der Auseinandersetzung mit anderen Künstlern sein eigenes Profil ganz gut schärfen kann.

 

Was unterscheidet Deine Malerei von anderen Künstlern und Künstlerinnen?

Im Prinzip machen alle das Gleiche: Farbe mit Pinsel auf Leinwand. Aber was macht mich als Malerin so besonders, so individuell? Ich denke, es sind erstens die Bildthemen Umwelt/Klima/Natur und zweitens die expressive Umsetzung. Und nicht zuletzt das Bildtempo durch meinen kraftvollen Duktus mit Spachtel und Pinsel. Damit schaffe ich meine eigene Poesie, nicht in Wort und Schrift, sondern in Form und Farbe – in erster Linie für mich, aber auch für jeden Betrachter, der sich auf die Reise in meine Phantasie einlässt.