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INTERVIEW mit Draga Kuzmanovic

? Wann hast Du die Leidenschaft für Malerei für Dich entdeckt?

Seit ich denken kann war ich von der Malerei fasziniert. Farben üben eine Magie auf mich aus. Mein erstes Geld habe ich mit Malerei verdient, indem ich für meine Mitschüler gemalt habe, damit sie bessere Noten in Kunst bekommen.

 

? Wie ich weiss, bist Du nicht auf direktem Weg zu künstlerische Ausbildung

gekommen. Kannst Du deinen Weg kurz beschreiben?

Ich wollte immer Künstler werden. Leider wollte mein Vater, daß ich “etwas Vernünftiges“ lerne. So habe ich zuerst Medizin studiert. Mein Fachgebiet war die Ästhetische, Plastische Chirurgie. Die ganze Jahre hindurch hatte ich das Malen aber nie vernachlässigt.

Ich hatte immer dass Gefühl, dass ich in meinem Leben noch etwas verwirklichen musste und habe mich dann erst spät in meinem Leben in der Kunstakademie angemeldet. Mein Wahl fiel auf die Akademie für Bildende Künste in Kolbermoor und die Meisterklasse Prof. Markus Lüpertz, der mich nun seit über 4 Jahren als Meister begleitet.

 

? Welche Richtung weisen Deine Bilder auf.

Ich würde sagen, ich bin gleichzeitig ein abstrakter und gegenständlicher Maler

 

? Welche Techniken benutzt Du bei malen?

Es sind überwiegend Acryl- & Öl- Farben, Aquarell, Gouache und Pastell Farben, einzeln oder gemischt als Mixed Media. Alle diese Farben haben ihre besondere Eigenschaften und Reize.

 

? Wie entstehen Deine Werke, woher bekommst Du Deine Inspiration?

Das geschieht in täglichen Leben durch Beobachtung und Aufmerksamkeit. Überall um mich herum finde ich Inspiration, z.B.  bei Menschen, dem Himmel und in all dem, was die Natur so hervorbringt. Ich habe eine ausgeprägte bildliche Vorstellung! Sogar Worte lassen Bilder in meinem Kopf entstehen. Bei Malen entstehen selbstverständlich auch Emotionen, die ihren wesentlichen Teil zur Entstehung des Bildes beitragen.

 

? Was ist charakteristisch für Deine Bilder?

Farbe, Farbe und Farbe. Farbe ist für mich Alles! Nicht nur durch das Motiv, sondern auch durch Farbe versuche ich mich auszudrücken. Das gemalte Bild soll sowohl durch das Motiv als auch durch Farbe Stimmung und Emotion erzeugen.

 

? Kannst Du Deine gemalten Bilder beschreiben?

Sehr schwierig. Ich habe Bilder unter bestimmten Bedingungen und Emotion gemalt, die nicht wiederholbar sind. Nach Fertigstellung ist dann die Zeit gekommen, in der der Betrachter seinen Teil erfühlen muß.

? Wie zufrieden bist Du mit deinen Werken?

Manchmal sehr zufrieden und manchmal nicht. Ich kann nicht genau sagen, womit das

zusammenhängt. Z.B. es kann vorkommen dass ich ein Bild super finde und euphorisch bin - dann nach einiger Zeit finde ich es schrecklich.

Ich glaube durch jede Leistung, die Du beim Malen vollbracht hast, lernst du immer mehr dazu für das nächstes Bild. Es verändert sich vieles in Dir und Du wächst von Bild zu Bild. Das Scheitern bei einem Bild ist auch ein Geschenk und ein Ansporn - so sehe ich das.

 

? Strebst du einen eigenen Stil deiner Bilder an, an den man Dich erkennt?

Nein. Ich möchte alles malen, was mir in den Sinn kommt. Picasso sagt: “einen Stil zu haben ist wie eine Zwangsjacke zu tragen“. Meine Devise ist frei zu bleiben von allen Zwängen. Alles bewegt sich, alles

ändert sich, von Sekunde zu Sekunde. Selbst die Gedanken sind nicht die selben.

Wichtig ist der Blickwinkel des Schaffenden, der sich immer wieder ändert, ja sogar ändern muss.

 

? Was versprichst Du Dir von deine Arbeit? Was ist Dein Ziel, Deine Erwartung?

Es ist gut, dass ich nicht vom Verkauf meiner Bilder angewiesen bin. Somit bin ich völlig frei beim Malen. Natürlich ist jeder Künstler glücklich, wenn seine Bilder verkauft werden.

Ich hoffe dass es eines Tages boomt und alle meine Bilder auf der ganze Welt zu sehen sind. Glückliches Gefühl. Warum nicht? Der chinesischer Philosoph Konfuzius sagt: „Der Weg ist das Ziel“. Und so sehe ich es auch.

 

? Überkommt Dich kein Ehrgeiz um etwas Großes zu erreichen?

Es ist immer die Frage: möchtest Du etwas Dekoratives malen, was sich besser vermarkten lässt und in jedes Wohnzimmer passt oder etwas malen, was Dein Herz und die Seele bewegt. Also ich bleibe bei dem zweiten.

Ich mag Wettbewerb und Vergleich nicht. Ich finde dass jeder Künstler einmalig und eigenartig ist. Den Wettbewerb betreibe ich nur mit mir selbst, indem ich jedes mal besser werde - von Bild zu Bild.

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